*30.06.2009

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FIV-, FelV-, FHV-, FCV negativ


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Jethro ist unser Findelkind.

Er wurde unter einer Tanne, auf einem Bauernhof an der Nordsee geboren und verbrachte dort auch die ersten Wochen seines Lebens. Als unsere Freunde Thomas & Annika dort Annikas Eltern besuchten, die in der Nähe einen Wohnwagen haben, entdeckten sie die Kleinen.

Da in dieser Gegend, und besonders bei den Bauern, Katzenjunge eher als Ungeziefer, als als empfindungsfähige Lebewesen angesehen werden, war abzusehen, dass ihm und seinen Geschwistern kein sehr langes und angenehmes Leben bevorstehen würde - zumal nicht bekannt war, ob der Kleine hören konnte.

Als Annika uns dies am Telefon erzählte, war unsere spontane Reaktion: "Bring` mit".
Erst nachher machten sich auch bei uns Bauchschmerzen bemerkbar, schließlich hatten wir, trotz 20 jähriger Katzenerfahrung, doch keine Erfahrung mit der Integration eines Wildlings.

Unsere schlimmsten Befürchtungen schienen sich zu Anfang zu bewahrheiten.
Schon beim Einfangen zeigte Jeth, wie kampferprobt er schon war und biss Annika gehörig ins Fingergelenk. Gott sei Dank hat sich nichts entzündet, da Katzenbisse ja mitunter böse ausgehen können.

Als er dann bei uns eintraf machte er sehr deutlich, dass er diese Aktion weniger als Lebensrettung, als als Kidnapping empfand. Sobald man in seine Nähe kam spuckte er Gift und Galle und griff richtiggehend an.
Auf Grund eventueller Infektionskrankheiten musste Jeth erst einmal in Quarantäne (für die unser Bad herhalten musste - das lässt sich so schön desinfizieren ;-) ).
Wir machten eine Woche der schlimmsten Ruhestörungen durch, denn Jeth hat nicht nur einen außerordentlich starken Willen, sondern auch ein außerordentlich starkes Organ - das er ohne Unterlass gebrauchte.

Außerordentlich stark war, und ist nach wie vor, sein Appetit, denn obwohl er entschlossen schien uns und sein neues Heim zu hassen - das Catering konnte sich scheinbar sehen lassen.
Die Sache mit dem Klo verstand er innerhalb weniger Stunden. Nachdem ich ein bißchen was aus einem Klo der großen in seins gelegt hatte, verstand er sofort dass diese komische Kiste wohl doch nicht zum schlafen gedacht war und führte sie ihrer eigentlichen Bestimmung zu.
Seitdem ist nie mehr etwas "daneben" gegangen.

Nachdem endlich die Ergebnisse des Bluttestes auf alle nur erdenklichen Krankheiten da - UND ALLESAMT NEGATIV - waren, der Wurm entfloht (iiiiihhhh) und entwurmt war, durfte er sein Gefängnis verlassen.
Unsere Truppe war erst mäßig begeistert von dem (wieder fauchenden) Neuzugang und staften ihn mit Verachtung.

Nach einem Tag aber schon bewies er mal wieder ein außerordentliches Talent "das Durchschauen von Sozialstrukturen". Er beobachtete den Spaß erst einmal ein wenig und beschloß danach, erst einmal Fienes Nähe zu suchen. Als Fiene auf ihrem Stammplatz schlief, robbte er sich vorsichtig heran und kuschelte sich an sie. Dies stellte sich als kluger Schachzug heraus, denn mit Fiene als "Chefin von der ganzen Truppe" auf seiner Seite, war auch der Rest deutlich kooperativer.

Nach 2 Wochen verstand er sich auch mit allen anderen prächtig und spielt inzwischen am liebsten mit Eddy und Willow - Fiene ist Mama-Ersatz geblieben.

Uns gegenüber ist er manchmal noch vorsichtig, aber sobald wir auf der Couch liegen, kuschelt er sich dazu und schnurrt wie ein Dieselmotor.

Alles in allem hat sich Jeth an sein neues Leben gut gewöhnt und stellt eine echte Bereicherung unserer Familie dar.

Wir möchten ihn schon jetzt nicht mehr missen und hoffen dass er sich bei uns immer wohlfühlen wird!

DANKE an Annika & Silvia für ihren mutigen Einsatz beim Einfangen der "Bestie"! :-)
Wir werden immer gut für ihn sorgen!!!