Käther – oder wie ich sie alle in den Wahnsinn treibe

 

Hallo zusammen, mein vollständiger Name lautet „Beltane's Kilkenny“, ich bin ein Norwegischer Waldkater (oder will einmal einer werden, ich bin nämlich gerade erst 6 Monate alt) in der Farbe black smoke - und ich bin sozusagen ein Wunschkind.

Als meine menschlichen Leibeigenen beschlossen Katzen zu züchten, war von vorneherein klar, daß sie ein Kitten aus dem ersten Wurf behalten wollten. Ob Junge oder Mädchen war vollkommen egal, das Herz sollte sprechen (immer diese großspurigen Sprüche). Aber ganz ehrlich, sie hatten vom Tag meines ersten Schreies an keine Chance gegen mich. Mir war klar, ich wollte bleiben und das gedachte ich auch durchzusetzen. Gut, erst habe ich noch so getan, als hätten sie die Wahl, aber die Frauchen-Frau hatte ich recht schnell auf meiner Seite und der Herrchen-Mann – tja, der hatte wiederum gegen sie keine Chance (sie lies ihm aber wiederum auch die Illusion er hätte etwas mitzureden). Dies hat sich für ihn dann auch recht schnell in Wohlgefallen aufgelöst, als er lieber meine Schwester Kira behalten wollte und das der Menschenfrau meiner Wahl eröffnete. Ich mußte mir schon ein Grinsen verkneifen als sie dann sagte „O.k., dann behalten wir eben beide – vom Käther trenne ich mich nicht mehr“.

Der Sieg war also in trockenen Tüchern. Ach ja. für alle die sich über meinen komischen Spitznamen wundern... also geboren wurde ich als Mädchen und hieß „Katalin“. Als die Zweibeinige Truppe dann doch noch realisierte, daß da etwas war, was Mädchen eigentlich nicht haben, hatte sich die Frauchen-Frau schon so an meinen Spiznamen (Käthe) gewöhnt, daß sie sich nicht mehr umgewöhnen konnte – ich hätte das schon gekonnt, das nur einmal vorweg.

Gut, ich blieb also und habe den Haushalt erst einmal nach meinen Wünschen neu geordnet. Was sein muß muß sein. Schon meine Kinderstube stellte mich vor gewisse Herausforderungen. Meine Mama hatte es sich in einem großen Umzugskarton gemütlich gemacht – nicht gerade stilsicher die Gute. Aber bequem war´s schon das muß ich ihr lassen. Dummerweise wurde das Ding bald recht eng und die Öffnung in der Vorderseite rückte in greifbare Nähe. Aber was macht mein Muttertier? Schubst mich immer wieder zurück – eine richtige Frechheit und nicht gerade förderlich für das Selbsvertrauen. Auch die anderen Katzen durfte ich nicht kennenlernen – Muttern hatte etwas gegen diesem Umgang. Was blieb mir also anderes übrig als micht tüchtig zu konzentrieren und mächtig zu wachsen, damit sie mich nicht weiter unter der Knute halten konnte. Schon bald machte ich was ich wollte und war in allem der erste. Das erste Mal den Karton verlassen, festes Futter (pfui Spinne), das gesicherte Katzenzimmer verlassen und die Stufen hochwatscheln. Ich glaube die Menschen waren schon damals mächtig stolz auf mich.

Auch die anderen Katzen sind gar nicht so schlecht wie Mama mir immer einreden wollte. Dustin hat mich zwar zu Anfang noch ignioriert, aber lange konnte er diese Haltung nicht verteidigen. Ich bin eben ein Charmeur. Mein bester Freund ist unser französischer Immigrant Toran. Da wir ja vom Alter her nicht gar so weit auseinander liegen, haben wir eine Mini-Gang gegründet und treiben alle vier- und zweibeinigen Familienmitglieder der Reihe nach in den Wahnsinn - das sagen auf jeden Fall alle. Aber mit Toran kann man wirklich eine Menge Spaß haben, das kann ich Euch sagen. Besonders viel Spaß gemacht hat es, als das weibliche Menschenwesen letztens einen Karton vom einkaufen mitgebracht hat. Hui, da konnte man ganz tolle Versteckspiele spielen und drauf herumbeißen – selbst Mama hat mitgemacht, die sich ansonsten eher zurückhält. Irgendwann wollten wir mit dem guten Stück aber lieber eine Etage tiefer spielen. Nur, wie bekommt man das Objekt der Begierde, in Ermangelung von Händen und Armen, da hin wo man es hin haben will? Da half nur Teamwork. Toran und ich haben uns das Ding eben gemeinsam an die Stufen geschoben und gemeinsam die Treppen herunterbugsiert. Ich kann Euch sagen – ein schönes Stück Arbeit und scheinbar ziemlich laut obendrein. Dummerweise haben wir so den Vater unseres Frauchens geweckt, der eigentlich nach seiner Nachtschicht noch dem Tiefschlaf fröhnte. Tja, ein bischen Schwund ist immer und wo er schon mal wach war, haben wir den Karton gleich noch eine Etage tiefer befördert – unter dem Käfig der Kanaris („Whiskas“ und „Sheba“ – wie passend), lässt es sich nochmal so gut spielen. Leider hat irgendwer - ich habe ja einen schweren Verdacht wer das war – bei unseren Leuten gepetzt und der Karton kam wieder an den alten Platz. Zu dumm.

So, ich denke das war´s erst einmal für den Anfang. Wenn Ihr mögt erzähle ich Euch das nächste Mal, was man als Katze bei einer gefüllten Badewanne beachten sollte, wenn man eine darin schwimmende Badekugel fangen möchte.

Ich wünsche Euch und Euren Katzen alles Gute.

Euer Käther