Die Geschichte der Norwegischen Waldkatze

Die meisten Rassekatzen sind das Resultat einer intensiven Zucht, hin zum Idealbild einer Katze vom Standpunkt des Menschen aus gesehen. Die Waldkatze hingegen ist nicht das Produkt Züchterischer Bemühungen des Menschen sich seine Musterkatze zu erschaffen. Um ihren Ursprung, ranken sich viele mehr oder wenige fantastische Geschichten

Geschichte

In nordischen Sagen und Erzählungen zum Beispiel ist oft die Rede von einer langhaarigen "Zauber-,Feen-oder Trollkatze". Die "Edda" -wichtigste Quelle altgermanischer Heldendichtung (9-12 Jh.)- berichtet von zwei großen, langhaarigen Katzen, die den Himmelswagen der Göttin Freya zogen. Selbst der mächtige Gott Thor, der bei einer Reise nach Jotunheimen einer Katze begegnete, schaffte es nicht das Tier hochzuheben, so gewaltig war es.

Nun ist es wohl nicht so, dass die Waldkatze geradewegs aus den Märchen und Sagen, zu uns auf die Erde trat. Wahrscheinlicher ist die Variante, in der sich die Wikinger von Ihren Reisen durch Osteuropa und Asien Katzen mitbrachten. Sie wurden als Hauskatzen gehalten, begleiteten ihre Besitzer wohl aber auch auf ihren Reisen. Es ist möglich, dass einige Tiere während dieser Reisen, nach z.B. Landgängen nicht wieder zurück an Bord des Schiffes zurückkehrten. Sie verblieben in den Ländern und entwickelten sich zu eigenständigen Rassen. In Amerika könnten sich so die Maine Coon, in Russland die Sibirische Waldkatze und in Skandinavien die Norwegische Waldkatze entwickelt haben. Diese Rassen weisen allesamt ähnliche Merkmale auf, die sie für ein Überleben, auch in wechselhaften Klima prädestinieren.

Durch die extremen klimatischen Verhältnisse vor allem in den skandinavischen Ländern, ergab sich, dass nur besonders gut angepasste Tiere überleben konnten. Für eine hier lebende Katze ist es wichtig den Wärmeverlust so weit wie möglich zu verhindern. Die Norwegische Waldkatze entwickelte , um für den beißend kalten Winter gewappnet zu sein, einen dichten, wollenen Unterpelz und halblanges, leicht fettendes und damit wasserabweisendes Deckhaar. So waren die Tiere immer gut vor Durchnässung, strengen Winden und Eiseskälte geschützt. Die weiche Unterwolle schützt die Katzen vor Kälte und damit einhergehenden Erfierungen und entwickelt sich besonders ausgeprägt im Winter. Besonders auffallend sind dann die "Hemdbrust", der "Backenbart" und die "Knickerbockerhosen" an den Hinterbeinen. Damit der Bauch nicht mit dem Schnee in Berührung kommt und so auskühlt, sind die Beine lang und kräftig. Die Pfoten sind dick und kräftig. Zwischen den Zehen wachsen dichte Haarbüschel die wie Schneeschuhe das Einsinken in den Schnee verhindern sollen. Der lange, buschige Schwanz, so etwas wie das Markenzeichen der Norwegischen Waldkatze, wird bei Kälte um die Pfoten oder um den Körper geschlungen, um sich warm zu halten.

Aber auch im Sommer isoliert das Fell perfekt vor Überhitzung. Steigen die Temperaturen dauerhaft über 15-20 °C an, entledigt sich die Katze fast der gesamten Unterwolle und das innerhalb weniger Tage und die glatten Deckhaare liegen nun dicht am Körper an. Die klare Trennung zwischen Unterwolle und Deckhaar bewirkt, dass die Norwegische Waldkatze, selten verfilzt. Eine besonders intensive Fellpflege ist nicht vonnöten.

Lange Zeit lebte die Waldkatze ungestört, aber auch unbeachtet in den Wäldern und Tälern Norwegens und Schwedens, wo man auch heute noch mit viel Glück frei lebende Exemplare dieser Rasse antreffen kann. Ansonsten war sie als Mäusefänger und Spielgefährte der Kinder ein gern gesehener Gast auf den Wald- und Fjordbauernhöfen.

Eine Gruppe von Katzenliebhabern erkannte dann Anfang der dreißiger Jahre, dass es sich bei den einheimischen Katzen um eine natürlich gewachsene Rasse handelt und beschloss, die Waldkatze zu züchten und so ihre Ursprünglichkeit zu erhalten. Der ausschlaggebende Gedanke hierbei war diese, durch Vermischung mit kurzhaarigen Hauskatzen, immer seltener werdende Rasse zu erhalten. Da bei einer Verpaarung von halblanghaarigen Katzen mit kurzhaarigen, das Kurzhaargen immer dominant ist, begannen die halblanghaarigen Waldkatzen auszusterben.

 

Fakten, Fakten, Fakten

Hier ein paar Daten in Kurzform:

1973 - Aufruf zur Lokalisierung vorhandener Zuchttiere

1974 - Der erste Wurf von Pippa Skogbus mit Pan`s Truls wird geboren. Auf diese beiden Waldkatzen und Trul`s zweite "Ehefrau" Pan`s Trulte lassen sich noch heute viele Stammbäume zurückverfolgen.

1975 - Gründung des Norskskogkattring (skog=norw. "Wald", katt=norw. "Katze") in Oslo, der noch heute bestehenden Interessengemeinschaft Norwegische Waldkatze

1977 - Anerkennung der Norwegischen Waldkatze auf der Generalversammlung der FiFe in Paris

Die Norwegische Waldkatze heißt also "norwegisch", weil sie zuerst in Norwegen anerkannt wurde und es norwegische Züchter waren, die sich der Rasse annahmen, obwohl es auch in den anderen nordischen Ländern Waldkatzen gab.

Aussehen

Der Körper einer ausgewachsenen Waldkatze sollte groß, kräftig, geschmeidig und langgestreckt auf hohen Beinen sein. Die Hinterbeine sind höher als die Vorderbeine. Das Gewicht einer ausgewachsenen Norwegischen Waldkatze variiert bei weiblichen Tieren zwischen 3,8 und 4,8 kg und bei ihren männlichen Gegenstücken zwischen 5,8 und 6,8 kg - natürlich sind Abweichungen nach oben und unten hin nicht ausgeschlossen. Was Farbe und Farbkombinationen des Fells betrifft, gibt es kaum Einschränkungen (Ausnahmen sind hier, Pointabzeichen, chocolate und lilac, cinnamon und fawn). Weiße Abzeichen, Medaillon und Bauchfleck dürfen bei allen Farben vorkommen.

Pflege

Trotz seiner Länge lässt sich das Fell gut pflegen. Es sollte in der Regel einmal wöchentlich gebürstet werden – lediglich im Fellwechsel sollte man die Katze täglich bürsten und auch hin und wieder kämmen. Selbst bei den Babys ist es bereits dringend erforderlich zum Kamm bzw. Bürste (weich wie bei Menschenbabys) zu greifen. Denn man gewöhnt das kleine Kätzchen besser früh daran, wenn man nicht später mit Lederhandschuhen bewaffnet seine ausgewachsene Katze oder Kater bürsten möchte. Keine Stelle des kleinen Katzenkörpers sollte dabei ausgespart werden.

Umgang

Im Wesen ist die Norwegische Waldkatze nicht so wild wie sie aussieht, sondern ausgesprochen anschmiegsam und sanftmütig – auch gegenüber Kindern. Keine besonderen Ansprüche stellt sie bei der Haltung. Mann kann sie ins Freie lassen, doch sie fühlt sich auch in der Wohnung wohl. Über einen eingenetzten Balkon oder ein Freigehege, sie liebt es nämlich auch bei kaltem Wetter an der frischen Luft zu sein, würde sie sich freuen, ist aber nicht von Nöten. Um den Kletterkünsten trotzdem genügend Rechnung zu tragen, ist die Anschaffung eines, am besten deckenhohen, Kratzbaumes absolute Pflicht.

Waldkatzen sind sehr gesellig und anhänglich ihrem Menschen gegenüber. Ignoriert man eine Waldkatze zu lange (jedenfalls ihrer Meinung nach), dann macht sie sich durch "Köpfchengeben" bemerkbar und fordert so zum Schmusen und Spielen auf. Der ausgeprägte Spieltrieb bleibt oft bis ins hohe Alter vorhanden.

Aufgrund dieser Charaktermerkmale leben Norweger nicht gerne alleine. Wenn man länger als acht Stunden aus dem Haus ist, sollten es besser zwei Katzen oder Kater oder Katze und Kater sein. Ein alleingelassenes Baby fängt sonst an sich zu langweilen (eine erwachsene Katze natürlich genauso), und wer sich langweilt, sucht sich Beschäftigung...

Tischdecken herunterziehen, im Vorhang schaukeln oder die Wand von der lästigen Tapete befreien - solche oder andere "Schandtaten" verleihen dann der Unzufriedenheit mit der Einsamkeit Ausdruck. Ein Katzenpärchen dagegen kann sich die Zeit gemeinsam vertreiben, z.B. mit Pfotenballspielen, heißen Hetzjagden oder gemeinsamen Kuschelstunden.

Insgesamt gesehen sind Norwegische Waldkatzen sehr angenehme Hausgenossen, weder langweilig noch zu stürmisch und laut sondern anhänglich und verschmust, zugleich aber selbstbewusst und lebendig

War die Waldkatzen in den ersten Jahren noch eine Seltenheit auf internationalen Ausstellungen, so ist sie heute immer häufiger zu sehen. Mit ihrem Charme, der Eleganz und der urwüchsigen Kraft eines Naturburschen hat sie sich in das Herz vieler Katzenfreunde geschlichen.

Wenn wir nun Ihr Interesse an diese faszinierenden Rasse geweckt haben und Sie noch weitere Informationen wünschen, oder einfach einmal eine Norwegische Waldkatze persönlich kennen lernen wollen, dann stehen wir Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Rufen Sie uns an, mailen Sie uns, oder sprechen Sie uns ruhig auch auf einer Ausstellung am Käfig an. Wir freuen uns Ihnen weiterzuhelfen.